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TENNIS

von Chris Punnakkattu Daniel

Indiens Tennisstars begeistern in Halle

Chris Punnakkattu Daniel and Prakash AmritrajIm vierzehnten Jahr der Gerry Weber Open im westfälischen Halle konnte die Turnierdirektion zum allerersten Mal gleich drei indische Tennisstars begrüßen. Indiens Davis Cup-Spieler Leander Paes, Rohan Bopanna und Prakash Amritraj gaben sich dieses Jahr die Ehre. theInder.net-Sportredakteur und IndianFootball.Com-Chefredakteur Chris Punnakkattu Daniel begleitete das indische Trio durch das Turnier.

Superstar Leander Paes (35) trat mit seinem tschechischen Doppelpartner Martin Damm als einer der Favoriten an. Paes konnte die Doppelkonkurrenz bereits 2004 gewinnen und zeigte auch dieses Jahr eine recht ordentliche Leistung. Paes ist eines der Lieblinge der Tennisfreunde in Ostwestfalen, da er immer wieder durch sein sympathisches Auftreten Freude am Tennis vermittelt.
Trotz allem war für das an Platz 3 gesetzte Paar Paes/Damm gleich in der ersten Runde gegen Chris Haggard/Jiri Novak das Turnier beendet. In einem packenden Spiel musste die Entscheidung im Super-Tie-Break gefällt werden. Das Erstrundematch ging mit 7:6, 4:6, 10:8 an das südafrikanisch/tschechische Duo.

Leander PaesIn der Einzelkonkurrenz mussten sich Prakash Amritraj und Rohan Bopanna durch die harte Qualifikation kämpfen.

Prakash Amritraj (22) traf in der ersten Qualifikationsrunde auf den deutschen Daniel Brands, der für den indischen Davis Cuper keine große Schwierigkeit darstellte. Amritraj besiegte Brands leicht und locker mit 6:3, 6:2.
Danach folgte noch am gleichen Tag auf dem Court 1 die Partie gegen George Bastl aus der Schweiz. Das Spiel endete durch eine klare Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns beim Matchball zugunsten von Bastl. Die Rückhand des Schweizers landete nach Ansicht aller Beteiligten und der Zuschauer deutlich im Aus. Jedoch gab der Schiedsrichter aus unersichtlichem Grund den Ball gut und somit einen Punkt für Bastl.
Prakash Amritraj protestierte, mit Unterstützung der Zuschauer, entschieden gegen die Wertung, nahm jedoch das Urteil wie ein fairer Sportsmann entgegen.

Die größte indische Überraschung bei den Gerry Weber Open 2006 waren nicht Paes oder Amritraj, sondern der aus Bangalore stammende Rohan Bopanna. Bopanna (26) gehört wie seine Landmänner zum aktuellen indischen Davis Cup-Team.

Rohan BopannaRohan Bopanna musste sich ebenfalls durch eine anstrengende Qualifikationsrunde, bei unmenschlichen Temperaturen, durchkämpfen.
Gegner in der ersten Qualifikationsrunde war der an Rang 5 gesetzte Russe Evgeny Koroloev. Korolev konnte lange gegen den noch etwas verhaltend aufspielenden Inder mithalten und verlor erst im zweiten Satz die Kontrolle über das Match. Bopanna setzte sich am Ende mit 1:6, 6:3, 6:4 durch.
In der zweiten Qualifikationsrunde, zwei Stunden nach dem ersten Spiel, wartete Kristian Pless (Dänemark) auf den erschöpften Rohan Bopanna. Das Match ging glücklich in zwei Sätzen mit 7:6, 7:6 an Bopanna, was zugleich die Qualifikation für das Hauptfeld bedeutete.

Die Auslosung für das Hauptfeld bescherte Rohan Bopanna ein Traumlos - den zur Zeit besten Tennisspieler der Welt: Roger Federe aus der Schweiz!

Rohan Bopanna nach der Auslosung: "Das ist ein Hammerlos! Ein Traum geht in Erfüllung... Das ist für mich das größte Match meiner Karriere und ich habe nichts zu verlieren! Wer weiß, ob ich noch einmal die Chance erhalten werde gegen Federer zu spielen!"

Das Erstrundematch fand wie zu erwarten auf dem Centre Court statt und wurde von Deutschen Sportfernsehen (DSF) live übertragen.

Es war ein Spiel, dass alle Zuschauer überraschte und Rohan Bopanna Respekt einbrachte!

Zu Beginn der Partie schien zunächst Bopanna die ihm zugedachte Rolle des überforderten weil völlig nervösen Underdogs einzunehmen. Gleich im ersten Aufschlagspiel sah er sich einem 15:40 gegenüber. Dann aber entpuppte er sich mit seinen gewaltigen Aufschlägen als "Bum"panna, drehte das Spiel und blieb im Match.

Einen Satz lang hatte er den übermächtigen Rasenkönig Roger Federer mit krachenden Kanonenaufschlägen vor unlösbare Returnaufgaben gestellt. Wieder und wieder überschritt der 26-jährige Außenseiter die 200er-Marke der Geschwindigkeitsmessung. Doch im Tie-Break unterlief der Nummer 270 der Welt ein verhängnisvoller Doppelfehler zum 4:5. Es war das einzige Mini-Break, das Roger Federer letztlich den Satz mit 7:6 brachte.

Rohan Bopanna vs Roger FedererDer zweite Satz verlief dann so, wie das Publikum wohl das gesamte Match erwartet hatte. Federer dominierte fast nach Belieben und Bopannas Aufschlag ließ mehr und mehr nach. Ein Break zum 2:0, ein weiteres zum 6:2. Nur einmal hatte der Qualifikant noch selbst an einem Break geschnuppert.

Roger Federer nach dem Spiel: "Er hat im ersten Satz sehr gut aufgeschlagen und mir fehlten einfach noch der Rhythmus und die Reaktion beim Return. Im ersten Satz ging mir schon durch den Kopf, dass ich hier heute auch verlieren könnte..."

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